Samstag, 9. Juli 2022

Tag 5 => Fairbanks - Coldfoot

Samstag, 09.07.22
gefahrene Kilometer: 420 km


Kurz nach 06.00 Uhr stand ich bereits im Walmart, erst einmal ausrüsten mit Getränken, essen, etc. Dann noch volltanken (incl. Reservekanister) Man muss vorbereitet sein, da man ja auch einmal eine Panne haben kann und man hier oben echt „weit draußen ist“

Die Straße nach „Coldfoot“ ist der „James T. Dalton Highway“, im Prinzip existiert diese Straße nur weil genau daneben die Ölpipeline von Prudhoe Bay nach Valdez (einmal längs durch Alaska) verläuft und somit über die Straße die Versorgung des Ölcamps im Norden sichergestellt ist. Die Pipeline ist neben der Straße immer gut zu sehen. Allerdings sind auf der Straße zweitweise sehr gefährliche Schlaglöcher, also lieber konzentriert nach vorn schauen. Alle ca. 250 km gibt es eine Tankstelle mit kleiner Raststätte. Die Tankstellen (nur drei Stück auf den ca. 800 km nach Prudhoe Bay) sollte man nicht auslassen. Immer tanken wo es geht !. ca. 100 km vor „Coldfoot“ ist der Polarkreis. Ich habe dort geschwitzt wie ein Bär, ist schon ungewöhnlich, dass man am Schild „Polar Circle“ 30 Grad hat.

Am besagten Schild habe ich Jürgen aus Detmold getroffen. Jürgen ist Mitte 60, hat zuhause seine Firma verkauft, ist somit nun Rentner und fährt für 3 Monate in Richtung Los Angeles. Ursprünglich wollte er nur bis „Coldfoot“ fahren, aber evtl. fahren wir morgen zusammen die 400 km bis „Prudhoe Bay“ zusammen.

In „Coldfoot“ habe ich mein Zelt auf einer Wiese aufgeschlagen. Es fast nicht zu glauben das das hier KOSTENLOS ist. Wunderbar, nach den teuren Hotelpreisen der Letzen Tage senkt das mal den Gesamtschnitt der Kosten und Zelten wollte ich eh mal wieder. Wohnmobile müssen übrigens auf der gleichen Wiese 50 Dollar bezahlen. Das weiß ich, weil Jürgen sich hier mit einem Kumpel getroffen hat der mit einem Wohnmobil unterwegs ist. Alternative wärwe noch ein Zimmer in einem ziemlich alten Container-Hotel (Schiffscontainer als Zimmer umgebaut). Preis: 200 Dollar/200 Euro pro Nacht!

So und nun schaue ich bei Jürgen noch mal am Wohnmobil vorbei, er hat kaltes Bier dabei und will mich einladen. Bestens!

Übrigens: das weisse auf der Straße ist kein Schnee sondern kalziumchlorid. Das wird gewässert und gewalzt. Wird hart wie Beton... Wenn die Straße trocken ist. Bei Nässe fährt es sich wie auf Seife 

Freitag, 8. Juli 2022

Tag 4 => von Anchorage nach Fairbanks

Freitag, 08.07.22
gefahrene Kilometer: 590 km


Angekommen in Anchorage bei 28 bis 30 Grad und leichter Bewölkung. Im Landesinneren ist deutlich anderes Wetter wie an den Küsten! Aber der Reihe nach…..


Ich bin früh „aus dem Bett gefallen“ um 06.30 Uhr hatte ich alles zusammengepackt und den Anlasser Knopf gedrückt. Noch kurz gegenüber an die Tanke, einen Kaffee trinken, zuhause anrufen und los ging es zum „Lake Hood“ innerhalb von Anchorage. Anchorage hat selbst wirklich nicht viel zu bieten, aber „Lake Hood“ ist nach eigenen Angaben der größte Wasserflugzeug-Flughafen der Welt. Das musste ich sehen. OK, der See ist nicht größer als einer unserer Badeseen in der Umgebung, aber tatsächlich starteten und landeten dort schon früh morgens mehrere Wasserflugzeuge. Zudem stehen dort Duzende festgezurrt am Ufer und sind (für den interessierten) nett anzusehen. Nach einer Stunde „Plane spotting“ ging es dann die ca. 590 km nach Anchorage. Das Navi zeigte „571 km“ geradeaus. Klingt langweilig? einige Highlights waren dann doch dabei:

der Denali (oder auch Mount McKinley für einige Jahrzehnte genannt), der höchste Berg Nordamerikas mit 6190 Metern. Vor drei Jahren stand ich schon einmal am gleichen Aussichtspunkt, da war der Berg zu ca. 50% wolkenfrei, heute waren es zum Zeitpunkt des Fotos ca. 80-90 Prozent. Während der Fahrt habe ich den Denali auch kurz ganz wolkenfrei gesehen, die Wolken ändern sich von Minute zu Minute.

Eher ein Lowlight ☹ Ich bin ohne Sprit liegen geblieben ☹. Wie schon bei der Tour in Mexiko (da hatte ich aber einen gefüllten Kanister dabei) hatte ich auch dieses Mal die weiten Strecken noch nicht verinnerlicht. Die deutsche Denke: die nächste Tankstelle kommt bestimmt…funktioniert hier nicht. Mein Hirn ist aber anscheint noch nicht soweit. Da ich wusste (von der Tour 2019) das am Denali Park eine Tankstelle ist und diese nur noch ca. 15-20 km entfernt ist, war zumindest klar in welche Richtung es nun gehen MUSSTE. Glück im Unglück, denn in die andere Richtung war locker 150 km "nix mit Tankstellen". Nach 10 Minuten herumstehen habe ich ein Auto heran gewunken. Eine nette Dame aus Minnesota, die hier für eine Woche Urlaub macht und heute ein wenig mit dem Auto ab Anchorage „nur so herumfahren will“ hat mich dann zur Tanke gefahren und, da sie ja kein Ziel hatte, auch wieder zurück. Glück gehabt, und das sogar doppelt: einen leeren Benzinkanister hatte ich (hatte Wolfgang mir für die Strecke Richtung Norden noch besorgt) dabei. Ab sofort ist dieser immer gefüllt. 

EINE (mehr habe ich auch nicht gesehen auf 600 km) E-Auto Ladsäule mehr oder weniger mitten im Wald, wo man das "vertankte Geld" bar ("please leave the cash on the charger") auf die Säule legen soll (übrigens mit den 20 Zoll Felgen des Tesla "Model Y" würde ich niemals solche Schotterwege fahren...die Felgen kosten ca. 3.000 Euro extra)

Ca. 50 km vor Fairbanks begannen ausgedehnte Waldbrände. Die Luft wurde stickig und diesig. Es roch stark nach Rauch. Macht keinen Spaß so zu fahren.

Dann habe ich mein „Bed and Breakfast“ in Fairbanks bezogen. Musste ich erst einmal finden da ich überhaupt nicht mehr wusste was ich da eigentlich (schon vor Monaten) gebucht hatte. Total privat, ein Einfamilienhaus in einer Seitenstraße. Als erstes hat mich die Hausdame dann erst einmal zusammengefaltet, was mir den einfallen würde so spät (17.00 Uhr!) zu kommen sie wäre ja nicht ewig da..und ob ich den einen Hotelbetrieb erwarten würde. Mehrfach erwähnte sie das das die Günstigste Unterkunft (75 Dollar) in ganz Fairbanks sei und froh sein kann das sie meine Buchung nicht gecancelt hat. Junge, junge. Nach meiner Entschuldigung durfte ich dann aber doch rein. Sehr privat alles, obwohl ich ein eigenes Zimmer und ein eigenes Bad (welches ich mir mit Trockner und Waschmaschine teile) habe. Kennst ihr das Gefühl irgendetwas falsch zu machen. So geht es mir gerade..oh Gott ..wo lege ich eigentlich meine nassen Handtücher hin ?...Bloß keine Fehler machen 😊..nicht das es wieder Mecker gibt. Morgen früh ist sie „unter Garantie“ noch nicht wach (ich hatte „anmoderiert“ das ich früh losfahren will) Ich soll mich am Familienkühlschrank einfach bedienen…ah ja.

Ok, dann noch per Uber in die City gefahren…wenn ich schon mal hier bin, muss das ja auch sein. Mal mit so einem richtig USA standesgemäßem Auto: mit einem dicken und durstigen Dodge RAM 1500 Pick up als Uber Taxi 😊 . Sprit scheint immer noch zu billig zu sein, obwohl nach Aussage der Uber Fahrer die Spritpreise sich innerhalb eines Jahres hier VERDOPPELT haben. Fairbanks ist die zweitgrößte Stadt Alaskas mit ca. 30.000 Einwohnern. Tja, was soll ich sagen, die totale Enttäuschung. Downtown hat 5-10 Läden und gefühlt war irgendwie alles zu. Da hat selbst meine Heimatstadt Helmstedt deutlich mehr zu bieten. Downtown Fairbanks ist wirklich enttäuschend.

Eigentlich wollte ich in wenigen Tagen auf dem Rückweg von „Prudhoe Bay“ hier noch einmal in Fairbanks vorbaukommen und wieder bei „Mutti“ übernachten. Da mir die Hausdame aber deutlich zu viel Haare auf den Zähnen hat, mir die Unterkunft irgendwie zu privat ist, ich jetzt schon Angst habe das ich wieder "Lack" bekomme wenn ich nicht pünktlich auftauche (zur Erinnerung..ich habe Urlaub !!) und ich von Fairbanks ziemlich enttäuscht bin, habe ich die Unterkunft mal eben (booking.com sei Dank) kurzfristig gecancelt. Das Wetter ist gut, da hole ich evtl. noch mal das Zelt raus…ist dann in der Natur und billiger ist auch noch.

 



 

Donnerstag, 7. Juli 2022

Tag 3 => von Seattle nach nach Anchorage/Alaska + "Motorradpflege"

Donnerstag, 07.07.22
gefahrene Kilometer: 25 km

Heute war der Tag des „Ankommens“ in Alaska..

Um 08.00 Uhr ging der Flug von Seattle nach Anchorage. Kurze Schrecksekunde als der Typ am Check-in meinte das mein Koffer 7 kg zu schwer ist und dass ich doch 70 Dollar (bei dem aktuell supermiesen Euro/Dollarkurs ca. 1:1 zu betrachten…also 70 Euro) nachbezahlen solle. Alternative wäre umpacken. Ratet mal für was ich mich entschieden habe. Gut das ich immer zwei von diesen superstabilen Aldi-Pfandflaschen-Tragetaschen im Koffer (genau für solche Fälle) dabeihabe. Schnell alles umgepackt und somit im Prinzip ein zweites schweres Handgepäckstück mit in das Flugzeug genommen…das interessiert dann niemanden, obwohl man eigentlich nur EIN Handgepäck mitnehmen darf. Komisch. 
 
Gegen 11.00 Uhr Ankunft in Anchorage (nun minus 10 Stunden zu Deutschland, Seattle hatte noch minus 9 Stunden). Was soll ich sagen: REGEN und 15 Grad. Seit Tagen wohl der erste Regen. Na toll ! Ab zum Hotel per Uber-Taxi. Ich hatte schon vor Monaten dieses Hotel, eine Art Hostel im Jugendherbergsstil gebucht. Kostet nur ein Drittel üblicher Hotels, hat aber Gemeinschaftsbäder. Gut..ist jetzt nicht das Ritz, aber Anchorage hat Wucherhotelpreise da sind 90 Dollar für diese leicht abgerockte Bude ein echter Schnapper. Das Ho(s)tel liegt an der Hauptverkehrsstraße, die Fenster sind undicht und knapp über das Haus fliegen alle 20 Minuten im Tiefflug kleinere Propellermaschinen vom nahegelegenen Flughafen „Merrill- Field“. Aber sonst alles OK 😊😁😨

Das Motorrad steht noch genau an der Stelle wo Wolfgang es vor gut einer Woche abgestellt hat. Passt! Erst einmal Zimmer beziehen, auspacken. Vor allem der Reifen der seit zwei Wochen mit Riemen zusammengebunden im Koffer liegt kann nun endlich aus dem Koffer "rausspringen“. Reifen kosten in Alaska (aber auch in Kanada) das dreifache vom Preis in Deutschland. Da lohnt es sich immer einen Reifen mitzunehmen. Zumal man hier ca. pro 7.000 bis 10.000 km einen Reifen benötigt...also im Prinzip jede Reise 😁

Mein mitgebrachter Koffer ist ein älteres Modell und war von mir für diese Reise für „one way“ geplant. Die Dame von der Hotelrezeption hat mich gebeten diesen VOR den Müllcontainer zu stellen, es gibt immer mal jemanden der für den Rückweg nach Haue so etwas sucht. Nach 10 Minuten war der Koffer weg, hat also noch jemand gebrauchen können. Nun noch ab in die Stadt (regnet eh) und ein paar Souvenirs mit „Alaska“-Aufdruck (Klamotten) gekauft.

Am Nachmittag dann zum Motorradhändler „The motorcycle shop“ dort wo ich das Motorrad vor drei Jahren gekauft hatte und wo Wolfgang auch schon während der Letzen Tage seiner jetzigen Reise kurz vor mir „vorstellig“ war um einige Dinge wieder „frisch“ machen zu lassen. Ich selbst lasse heute den mitgebrachten Reifen dort aufziehen. Mit dem Besitzer „Andrew“ bin ich seit dem Kauf der Maschine sporadisch in Kontakt und hatte den Werkstatt Termin vorher angemeldet. Die Wartezeit war kurzweilig, auf dem Werkstatt Hof gibt es eine Holzhütte welche als "Wartezimmer" fungiert (incl Umsonst-Kaffee, Wärme, etc) dort warteten schon ein paar Portugiesen auf Ihre Motorräder, welche auch gerade in der Werkstatt "bearbeitet" wurden. Wir haben uns kurz ausgetauscht da wir grob (wie eigentlich alle Motorrad-Touristen hier) das gleiche Ziel in den nächsten Tagen haben.
 
Nach der erfolgreichen Motorrad „Frischzellenkur“ dann ab ins Ho(s)tel, noch ein paar Sachen umgepackt und morgen früh heißt es dann „auf nach Fairbanks“. Hoffentlich ohne Regen…

 

Fazit Seattle (und der subjektive Vergleich mit Vancouver)

Mein Schrittzäher zeigt 37.000 Schritte für die Letzen 1,5 Tage Seattle „zu Fuss“ an. Netto war ich ca. 12 Stunden in der Stadt. Gefühlt habe ich fast jede Straße in der City gesehen, die Füße brennen. 


Beginnen wir mit dem Wetter: bewölkt, diesig, ab und zu kurz Sonne, manchmal Regen, 20 bis 25 Grad Celsius. Das Wetter war herausfordernd für die Fotos. Im Prinzip war es oft zu dunkel für „vernünftige“ Aufnahmen. Ohne ständiges „rumgefummel“ an der Kamera mit mechanischer Nachjustierung bezüglich Überbelichtung (bis zu einer Blende) wäre nur Schrott herausgekommen. Jedes Foro dauert. Aber es ist ja niemand hier der drängelt (Los. Weiter, etc 😊) Manche Fotos habe ich dreimal zu unterchiedlichen Zeiten aufgenommen, bis es „passte“..ich hatte ja Zeit 😊

Die Zeit war insgesammt ausreichend um die (bzw. MEINE) Top 5 Highlights in Seattle zu besichtigen bzw. zu „erlaufen“:

Zuerst die Waterfront, im Prinzip die Straße die direkt am Wasser liegt. Viele Fressbuden, Souvenirshops, etc. Leider eine einzige Baustelle, Hinweisschilder verraten das es wohl noch lange dauert mit dem Umbau. Könnte in den nächsten Jahren nett werden, aktuell irgendwie nicht so schön, wirkt alles so weit auseinandergerissen.

Kerry Park, relativ weit oben, sehr steile Straßen dorthin (Tipp: mit dem Uber hin, zurück zu Fuß…bergab geht es sich besser). DIE Stelle für die Aufnahmen der Skyline mit Space Needle, etc. Bei blauem Himmel sicher noch schöner, aber immerhin die Sicht war so lala, ich will mich nicht beschweren. Kann es ja eh nicht ändern

Pikes Place Market. Netter Markt, im Prinzip ein überdachter Wochenmarkt. Einer DER Anziehungspunkte für Touris hier. Am Bekanntesten sind die Fischläden, gibt aber auch Blumen, Obst, Gemüse, Fressbuden über Fressbuden, etc. Für Europäer die Wochenmärkte kennen im Prinzip nichts Besonderes, aber trotzdem nett anzusehen. Gegenüber der ERSTE Starbucks Laden der jemals aufgemacht hat (1972). Seattle ist der zentrale Sitz von Starbucks

Space Needle. DAS Wahrzeichen Seattles, eröffnet als Hauptmerkmal der Weltausstellung 1962. Damals dachte man sich das zukünftig alles irgendwie im Weltraum stattfindet und wir vermutlich Untertassen fliegen anstelle Autos zu fahren. Auf dieses Thema spielt der Space Needle an. Ich hätte mir mehr Infos zur Weltausstellung innerhalb des Space Needle wartet, es gab aber nur einige wenige Schilder. Die Aussicht ist klasse. Oben gibt es zwei Etagen, einmal draußen mit Glasscheibe vor der Nase, einmal unten mit Glasscheibe unter den Füßen (gewöhnungsbedürftig). Der untere Bereich dreht sich um die eigene Achse. Pro Stunde einmal herum. Das mit den Glasscheiben unter den Füßen ist witzig, wenn man sich daran gewöhnt hat. Ich war locker zwei Stunden oben, die Zeit vergeht schnell. Noch einen Kaffee oben gekauft (natürlich gibt es nur Starbucks Kaffee 😊) , hingesetzt und die Aussicht genossen. Eintritt nicht ganz billig (40 Euro !!..über das Thema Budget gebe ich noch mal Info in einem späteren eigenen Post), aber definitiv lohnenswert, wenn man das Thema Weltausstellung 1962 auch im Hinterkopf hat. Fahrt hoch, wenn ihr mal in Seattle seit und das Wetter dazu einigermaßen passt.

Gum Wall. Der Beweis das auch ungeplant etwas zum Kult werden kann. Die „Gum Wall“ liegt an einer Fußgängergasse am Zugang zum historischen Pike Place Market in Seattle Downtown. Hier befindet sich das Market Theatre. Anfang der 1990er Jahre begannen wartende Gäste beim Eingang des Theaters ihre ausgekauten Kaugummis an die Wand zu kleben. Bereits 1995 war die Theaterwand auf einer Länge von ca. 16 Metern bis zu 2,5 Meter hoch mit Kaugummis beklebt. 2015 entschieden Behörden, die Wand erstmals seit 18 Jahren zu reinigen. Als Begründung wurde auf den Zuckergehalt und andere Inhaltsstoffe der Kaugummis verwiesen, die die Substanz der historischen Ziegelwand schädigen. Bereits die Ankündigung der Reinigungsaktion führte weltweit zu Medienberichten; es kam zu Protesten vor Ort. Die rund 4000 USD teure Reinigungsaktion wurde an mehreren Tagen im November 2015 durchgeführt. Rund eine Million Kaugummis wurden mit Hilfe von 137 Grad heißem Wasserdampf von der Wand gelöst. Nach 130 Stunden Arbeit war die bis zu 15 Zentimeter dick beklebte Ziegelwand gereinigt, knapp 100 Eimer Kaugummimasse mit einem Gesamtgewicht von 907 Kilogramm waren entfernt worden. Nach Versiegelung der Wand wurde sie von Touristen sofort wieder beklebt.

Generell..und nun kommt auch der Vergleich mit Vancouver:

Beide Städte liegen landschaftlich ungefähr gleich (am Meer, mit Bergen im Hintergrund, sehr viel "grün" etc) und sind grob (für mich) vergleichbar. Seattle wirkt urbaner, größer als Vancouver und hat gefühlt auch mehr Trubel als Vancouver . Die Waterfront in Seattle gefällt mir nicht so gut (das könnte nach dem Umbau in wenigen Jahren anders werden). Der „Pikes Place Market“ in Seattle ist nett anzusehen, Vancouver hat aber ähnliches (Granville Island), welchen ich persönlich ha aber noch nicht gesehen habe. Ganz offen kann man die Probleme in Seattle sehen die mittlerweile jede US-Großstadt hat: Obdachlose! Ich konnte keine 200 bis 300 Meter laufen ohne einen Obdachlosen zu sehen. Einmal musste ich sogar die Straßenseite wechseln, da auf mehreren 100 Metern Obdachlose saßen um die ich sonst einen Slalom hätte laufen müssen. Teilweise erfolgt offener Drogenkonsum auf der Straße. Diese Menge an Obdachlosen ist mir in Vancouver nicht aufgefallen. Es gab/gibt sie in Vancouver aber meiner Meinung nach nicht in dieser großen Anzahl. Drogen wurden auch in Vancouver in einem kleinen Bereich der Stadt offen konsumiert. Es gibt sowohl in Seattle als auch in Vancouver ein Kreuzfahrtterminal In der Stadt, in Vancouver ist es aber schöner in die Stadt integriert.


Fazit: wenn ihr mehr das urbane, größere, nicht ganz so perfekte wollt fahrt nach Seattle. Wenn ihr etwas gepflegter wollt, etwas kompakter, irgendwie perfekter, oder eine Kreuzfahrt in dieser Gegend macht…fahrt nach Vancouver. Gerade zum Flanieren am Wasser ist Vancouver deutlich „perfekter“ (subjektive Meinung). Gefühlt „sitzt in Vancouver mehr Geld“. Ich mache das mittlerweile auch an der Menge von Tesla (Autos) fest. In Seattle habe ich ca. 20 davon gesehen, in Vancouver im gleichen Zeitraum ca. 100. Ob das ein Indikator ist ?..wie gesagt…alles subjektiv